Brockenwanderung am Vatertag?

In den Logs aus unseren Caches am Brocken war zu lesen, dass die Logbücher ausgetauscht werden wollten. Doch es war Feiertag, genau genommen Vatertag und die Wetterprognose ließ uns einen schönen, sonnigen Tag erwarten. An so einem Tag auf den Brocken laufen? Mit wahrscheinlich mehreren Tausend anderen? Nein, das war nicht dass, was uns gefällt.

Der frühe Vogel

Wir haben den Wecker auf 5 Uhr gestellt – als dieser seine Aufgabe erfüllt, wäre es schön gewesen sich noch einmal umzudrehen. Nun ja, nach drei Tassen Kaffee und einem kleinen Frühstück haben wir es dann doch geschafft uns auf den Weg zu machen.

Vom Parkplatz Oderbrück Ost starteten wir um 7 Uhr 45 bei 7 Grad unsere Wanderung. Die Vögel zwitscherten, die Luft roch ein wenig nach Feuchtigkeit und die Sonne bemühte sich zwischen den Baumwipfeln durch zu scheinen. Es war herrlich! Mit jedem Meter gewöhnten sich die Muskeln an das Berg anlaufen und lenkten nicht mehr ab vom Genießen der Natur.

Zu dieser Jahreszeit waren im Wald sämtliche Grüntöne vertreten die es gibt. Gerade hier im Naturpark Harz, wo der Wald noch Wald sein durfte, war das Farbspektrum noch um so größer. Links neben unserem Weg plätscherte das Wasser des Baches und trug zu noch einer weiteren Geräuschkulisse bei. Es war wunderschön an diesem Morgen hier zu sein und den Weg auf den Brocken zu wandern, denn wir waren fast alleine. Nur sehr wenige Menschen kamen uns entgegen, die waren dann wohl noch früher aufgestanden.

Nach ca. 3 Kilometern kamen wir bereits an den erste Cache von uns, wir fanden ihn sofort und tauschten das alte gegen ein neues Logbuch aus. Die Hütte ein paar Meter weiter ließen wir „rechts“ liegen und gingen weiter den Berg herauf.

  

Bald kamen wir an den steilsten Aufstieg der Wanderung und gingen auf der alten Plattenstraße hinauf. Das schönste an diesem Wegstück ist, oben angekommen, nach hinten zu schauen und die Aussicht zu genießen. Um diesen Augenblick noch weiter auszukosten, nahmen wir Platz und tranken einen weiteren Kaffee.

      

 

Entlang der Bahnstrecke

Von hier an führte der Weg entlang der Bahnstrecke, doch die Bahn fuhr um diese Zeit noch nicht. Wir gingen gemütlich weiter, immer wieder den Blick in die Ferne schweifend. Denn heute war ein Tag, an dem auch vom Brocken eine Aussicht zu genießen war. Vereinzelnd kamen uns Wanderer entgegen, alle dick angezogen. Da es bergan ging, hatte ich die Jacke bereits am Parkplatz in dem Rucksack verstaut.

  

An unserem nächsten Cache fanden wir sogar zwei Dosen. Auch hier wechselten wir das Logbuch, versteckten aber nur die Originaldose wieder an der dafür vorgesehenen Stelle. Ein Paar mit einem Hund kam entlang des Weges und der Hund war neugierig und musste erst einmal schauen, was wir dort so machen. Da wir aber nichts Essbares für ihn dabei hatten, wurde es ihm schnell langweilig und er ging wieder zu seinen „Eltern“.

Und wir machten uns auf, weiter nach oben, immer noch entlang der Bahnschienen. Die ersten Radfahrer kamen uns entgegen. Noch hatten sie den Weg fast für sich, am Nachmittag wird sich das bestimmt geändert haben. Auch unser dritter Cache, kurz vor dem Gipfel bekam ein neues Logbuch und wir gingen den letzten Kilometer den Berg hinauf.

   

 

Erbsensuppe zum Frühstück

Das obligatorische Selfie mit dem Brockenhotel und dem Sendemasten sowie dem Brockenstein war schnell gemacht. Es war ganz schön windig hier oben, doch auf meine Jacke konnte ich noch verzichten, da ich vom Anstieg noch warm genug war. Die Aussicht war schön, wir ließen den Blick schweifen über die Felder bis zum Horizont. Ich mag es sehr, wenn wir auf dem Brocken sind und mit diesem Blick belohnt werden.

    

Doch so langsam setzte der Hunger ein, es war mittlerweile 9 Uhr 30. Die Selbstbedienungsgastronomie am Hotel öffnete erst um 10 Uhr, doch der Brockenwirt am Bahnhof hatte bereits seit 9 Uhr geöffnet. So gingen wir den Berg wieder ein Stück herunter und kehrten in den Gasthof ein. Nur wenige Gäste waren dort.

An dem Tresen mussten wir einige Minuten warten, bis jemand von den Angestellten uns bemerkte. Doch dann bekamen wir unseren Wunsch erfüllt: „Zwei mal Erbsensuppe und ein Bier, Bitte“ Wir ließen uns das ungewöhnliche zweite Frühstück schmecken und beglückwünschten uns, so früh aufgestanden zu sein.

 

 

Abstieg mit Ausblick

 

Da wir noch Logbücher für unsere weiteren Caches dabei hatten, brachen wir nach dem Essen auf. Schließlich waren wir ja so früh unterwegs um vor den Menschenmengen da zu sein. Was uns bisher auch gut gelungen war. Wir gingen über den Gipfel und auf der anderen Seite wieder herunter. Leider führte hier wieder eine alte Plattenstraße lang und der Abstieg war ebenso anstrengend wie der Anstieg. Doch das ein oder andere Blümchen hat es sich in den Lücken der Plattenstrecke gemütlich gemacht, so dass es mir immer wieder ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert hat. Die Natur holt sich ihren Lebensraum immer wieder.

    

Dem nächsten Cache haben wir lediglich einen Besuch abgestattet um uns zu überzeugen, dass alles in Ordnung war. Und dem Cache der darauf auf unserem Weg lag, haben wir wieder ein neues Logbuch spendiert. Nun waren fast alle unserer Caches mit neuen Logbüchern ausgestattet und der Besucheransturm an Cachern stand nichts im Wege.

In der nächsten Kurve genossen wir dann einen fantastischen Blick auf die Eckertalsperre. Wie schön sie von hier oben aussah, eingebettet in das grün des Waldes. Der weitere Abstieg – immer noch auf den harten Platten – wurde immer wieder durch malerische Ausblicke belohnt.

  

Für unseren letzten Cache auf dieser Wanderung mussten wir einen kleinen Abstecher machen. Die Dose war leider nass und dementsprechend sah das Logbuch aus. Wir trockneten die Dose und das neue Logbuch konnte einziehen. Danach gingen wir den Weg zurück und weiter ging es bergab.

Stempel, Ruine und Mittagspause

Kurz vor der Talsperre kamen wir an der bewirtschafteten Hütte zum Scharfenstein vorbei. Dort gab es eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel, die in unserem Heftchen noch fehlte. Der Stempel war schnell gefunden und in unserem Heft verewigt.

Nun war der Abstieg geschafft und wir gingen weiter Richtung Westen, links von uns der Stausee, den wir nun aber nicht mehr zu Gesicht bekamen. Dafür kamen wir an einer Ruine vorbei, ein recht großes Gebäude.

  

An einer Kreuzung mussten wir uns entscheiden, ob wir den Umweg über die Mauer der Eckertalsperre machten und einen weiteren Stempel in unser Heft drückten oder nach links zur Eckerüberquerung wanderten. Wir entschieden uns für den kürzen Weg und damit gegen einen weiteren Stempel an diesem Tag. Auf den nächsten Metern kamen uns immer wieder andere Wanderer entgegen.

An der nächsten Bank entschieden wir uns für eine Mittagspause. Diesmal hatten wir zu Hause vorgekocht und es gab grünen Spargel mit Käse und Schinken im Teigmantel sowie ein gekochtes Ei. Ein, nun ja nicht mehr Kaltgetränk rundete die Mahlzeit ab. Vorbei kommende Wanderer blickten neidisch, wünschten uns aber einen guten Appetit.

Der weitere Weg war durch eine blaue Welle ausgeschildert und war gut begehbar. Wir kamen an die Überquerung der Ecker, rechts von uns, doch wir gingen weiter gerade aus.

Idyllischer Weg an der Ecker

Die schönste Wegstrecke des Tages folgte. Der Weg sah aus, als führte er durch ein Flussbett, doch dieser führte ja rechts des Weges entlang. Doch zur Schneeschmelze war hier sicher auch viel Wasser unterwegs. Wir gingen über Steine, Wurzeln und teilweise sehr engen Wege. Es fing leicht an zu Regnen, warmer Regen und der Duft dazu – auch etwas sehr Besonderes. Der Duft und das Gefühl auf der Haut ist einfach einmalig. Gott sei Dank blieb es bei den wenigen Tropfen und wir mussten nicht die Ponchos aus dem Rucksack holen.

Der Weg hat uns sehr gut gefallen, es waren keine Menschen mehr unterwegs und das um die Mittagszeit am Vatertag! Wir hatten die Natur für uns. Die Vögel zwitscherten, der Bach mit seinen kleine Wasserfällen war zu hören und der Wind brachte die Blätter der Bäume zum Rauschen. So gefällt mir Wandern am Besten, so fühle ich mich mit der Natur einfach verbunden. Ein ganz großes Geschenk! Da hatten wir heute wohl viel richtig gemacht!

  

Eine ganze Weile konnten wir diesen Weg so genießen. An einer Stelle hätten wir den Fluss überqueren können um auf einen ausgebauten Weg auf der anderen Seite wechseln zu können. Doch wir haben uns dagegen entschieden. Hier war es einfach schöner! Und plötzlich holte uns die deutsche Geschichte ein. …. wir fanden Stacheldraht an mehreren Bäumen, nach nunmehr 30 Jahren!!! Der Baum hatte sich sehr bemüht den Draht verschwinden zu lassen, aber ganz ist es ihm nicht gelungen. Ein sehr beklemmendes Gefühl.

    

Doch dann endete unser idyllischer Pfad und wir kamen auf einen breiteren Weg. Kurz darauf kamen uns die ersten Radfahrer entgegen. Wir gingen weiter und es wurde wieder abenteuerlich. Doch diesmal etwas anders. Der Weg war übersät von umgefallen Bäumen. Die letzten Stürme hatten ihre Spuren hinterlassen. Die Bäume waren gut zu umgehen oder alternativ zu übersteigen. Viel auffälliger waren die vielen Mountainbiker, die den Weg herunter kamen. Hoffentlich übersahen sie bei ihrem Tempo nicht einen der gefallenen Bäume.

    

Nach dem auch die letzten Meter, vorbei an einem frisch umgestürzten Baum (es duftete noch nach der frischen Erde) geschafft waren, befanden wir uns wieder auf einem befestigten Wanderweg. Dem Eckersprung mit der großen Hütte, dem Rastplatz davor und einer weiteren Stempelstelle. Doch diesen Stempel hatten wir bereits in unserem Heft. Eigentlich wollten wir hier noch eine Pause einlegen, doch die Hütte war leider so vermüllt und übervölkert von Ausflüglern, dass wir uns dagegen entschieden.

Und dann: Vatertagesgruppe

Wir gingen zum Weg zurück und weiter bergab. Hier passierte es dann! Unsere erste Vatertagesgruppe mit Bollerwagen kam uns entgegen. Nun ja, sie waren friedlich und gingen relativ ruhig weiter, die Wanderung hatte sie wohl etwas geschafft, oder war es das viele Bier?

Unsere Pause machten wir dann an der Hütte am Dreieckigen Pfahl. Eine kleine Flasche Sekt wurde geköpft und wir prosteten uns zu auf einen schönen Wandertag, wenige Wanderer und der vielen schönen Naturerlebnissen.

Von der Hütte bis zum Parkplatz waren es dann nur noch drei Kilometer. Glücklich und zufrieden kamen wir zu unserem Auto und und wieder einmal hat er sich bewährt: der frühe Wurm ….

Den Abend haben wir dann in der Kristall Therme „Heißer Brocken“ ausklingen lassen, um unserer Muskulatur etwas Gutes zu tun. Ein rundum gelungener Wandertag.

 

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